Die Königsdisziplin für Unternehmer ist: automatisierte Systeme einzuführen. Und der erste Schritt dahin ist so simpel wie unterschätzt: Erfasse alle Tätigkeiten, die in deinem Unternehmen anfallen – vollständig, schriftlich, gegliedert. Nicht nur die großen, sichtbaren Tätigkeiten. Auch die kleinen, selbstverständlichen Aufgaben, die jeder kennt aber niemand aufgeschrieben hat.
Was das bedeutet, mache ich am Beispiel unseres eigenen Unternehmens klar. In der Geschäftsführung fallen an: visionäre strategische Unternehmensführung, Überwachen von Kosten und Umsätzen, Arbeitsschutzbelehrungen, Einstellung neuer Mitarbeiter, Ausstellen von Arbeitsverträgen.
Im Verkauf: Angebote erarbeiten, Aufträge bearbeiten, Rechnungen und Lieferscheine schreiben, Etiketten drucken, Fertigungsaufträge auslösen, zugesagte Liefertermine überwachen.
Im Einkauf: Handelsware beschaffen, Fertigungsteile einkaufen – Rohrfedern, Zeigerwerke, Schrauben, Dichtungen, Glasscheiben.
In der Buchhaltung: Zahlungseingänge überwachen, mahnen, Liquidität sicherstellen.
In der Fertigung: Teile fertigen, einrüsten, löten, schweißen, prüfen, Vorrichtungen herstellen. In der Montage: vormontieren, justieren, kalibrieren, Zifferblätter drucken, verpacken, versenden. Das ist kein vollständiges Bild – es ist ein Ausschnitt. Aber schon dieser Ausschnitt zeigt: Wenn das nirgends steht, trägt es jemand im Kopf. Und das ist riskant.
Viele Unternehmen haben die DIN ISO 9001 eingeführt – und leiden unter ihr. Sie schreiben Handbücher, um das Zertifikat zu haben. Das Zertifikat hängt gerahmt an der Wand. Die Handbücher verstauben im Regal. Was wir brauchen, ist kein Zertifikat. Was wir brauchen, sind Organisationsmanagementsysteme, die uns die Arbeit wirklich erleichtern. Automatisiert heißt: Es läuft, ohne dass du ständig eingreifen musst. Das setzt Zeit frei. Und um dorthin zu kommen, muss zuerst auf dem Papier stehen, was überhaupt läuft.