Definiere deine Schritte, um die Teilziele zu erreichen

Ein Teilziel festzulegen ist eine Entscheidung. Die Schritte zu definieren, um es zu erreichen, ist Handwerk.

Ich möchte dir am konkreten Beispiel zeigen, was das bedeutet – anhand des Weges, den ich selbst gegangen bin. Mein erstes Teilziel war, einen einfachen elektronischen Drucksensor fertigungsfähig zu entwickeln. Ein zylindrisches Gehäuse, unten ein Gewindeanschluss, drin die Druckmesszelle und die Elektronik, oben ein Stecker für den Kunden.

Klingt simpel. War es nicht. Dafür war eine klare Schrittfolge nötig.

 Was steckt dahinter

Der erste Schritt war eine gründliche Marktrecherche: Welche Produkte gibt es bereits? Zu welchen Preisen? Welche Branchen brauchen diese Sensoren? Wer sind die wichtigsten Hersteller – und wo sind ihre Stärken? Ich habe dabei getan, was mir am einfachsten war und was das wertvollste Ergebnis lieferte: mit bestehenden Kunden gesprochen. Menschen, mit denen wir seit Jahren zusammenarbeiteten, die mir ehrlich sagten, was sie brauchten, was sie bei anderen kauften, und was ihnen fehlte. Wer diese Informationsquelle nicht nutzt, lässt etwas liegen, das keiner teuren Marktforschung bedarf.

Dann folgten die konstruktiven Überlegungen: Welche Materialien? Wie die Abdichtung druckdicht gestalten? Welcher modulare Aufbau? Und dann – die entscheidende Frage: Was können wir selbst machen, und für was brauchen wir Dienstleister? Ich bin Maschinenbauingenieur, kein Elektroniker. Das Ingenieurbüro, mit dem wir seit Jahren zusammenarbeiteten und das mit uns mittlerweile befreundet ist, habe ich gebeten: Hier kommt ein Millivolt-Signal rein, dort soll ein Normsignal raus. Was ihr dazwischen macht, ist mir egal – es soll funktionieren. Und es funktionierte. Bis heute habe ich nie verstanden, wie ein Operationsverstärker arbeitet. Ich muss es nicht verstehen. Ich musste die richtigen Menschen um mich versammeln, die es verstehen.

Nach der Musterfertigung folgte etwas, das ich für unbedingt nötig halte: eine ehrliche Machbarkeitsprüfung. Jetzt, nach dem ersten Muster, ist der richtige Zeitpunkt zu fragen: Ist das wirklich realistisch? Ist der Weg gangbar? Dabei nicht zu früh – dann sind noch zu viele Unklarheiten. Und nicht zu spät – dann hat man schon zu viel investiert, um nüchtern zu urteilen. Dieser Prüfpunkt ist ein Sicherheitsnetz. Und es ist die Stelle, wo handwerkliche Gründlichkeit und visionäres Denken zusammentreffen.

 Typische Stolpersteine

Ein häufiger Fehler ist, die eigene fachliche Begrenzung für das Ziel-Limit zu halten. Ich konnte keine Elektronik entwickeln. Aber ich konnte jemanden finden, der es konnte. Was ich nicht weiß, muss ich nicht selbst lernen – ich muss den richtigen Dienstleister finden.

Ein zweiter Stolperstein ist, die Machbarkeitsprüfung entweder zu früh oder zu spät durchzuführen. Zu früh, und man prüft ein Bild, das noch zu unscharf ist. Zu spät, und man bestätigt nur noch, was man ohnehin sehen möchte.

 So setzt du es um

Nimm dein erstes Teilziel und schreibe heute konkret auf, welche Schritte nötig sind, um es zu erreichen. Nicht grob – so konkret, dass du morgen anfangen könntest.
Für jeden Schritt: Was kannst du selbst tun – und was brauchst du dafür andere? Lieferanten, Dienstleister, Experten? Schreibe auf, wo du Kompetenz einkaufen musst, die du nicht selbst hast.
Plane eine Machbarkeitsprüfung ein: Wann ist der richtige Moment, ehrlich zu schauen, ob der eingeschlagene Weg gangbar ist? Nicht zu früh, nicht zu spät. Und stelle sicher, dass du diese Prüfung wirklich durchführst – und nicht überspringst, nur weil du weitergehen möchtest.
Sprich mit zwei oder drei bestehenden Kunden – nicht über deine Produkte, sondern über ihre Bedarfe. Die Informationen, die dabei kommen, sind präziser als jede Studie

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